Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Weihnachtsdeko, kulinarische Erkenntnisse und festliche Beleuchtung 
Während in diesem Jahr in meinen eigenen 4 Wänden keine weihnachtliche Deko existiert hat, bis auf ein Adventskalender mit Bildern (wie es sich gehört) an meinem Kühlschrank, sind zwei meiner Kolleginnen in einem Nachtdienst Anfang Dezember völlig eskaliert und haben Station 1 in ein kleines Weihnachtswunderland umdekoriert. Die Stationsflure waren behangen mit Sternen und Schneeflocken aller Größen, an den Türrahmen der Patientenzimmer wachten kleine Weihnachtswichtel, die Stationsküche erstrahlte, neben dem Weihnachtsbaum, in festlichem Glanz von Lichterketten ... und ich habe mir den Spitznamen "Weihnachtswichtel" verdient, dank der vor vielen Jahren liebevoll von meiner Tante gestrickten Weihnachtsmütze.

Das ganze Spital war weihnachtlich gestimmt - es gab beim Mittagessen weihnachtliche Servietten, im Eingangsbereich duften es unverkennbar nach Tanne, es gab diverse weihnachtliche Veranstaltungen. So bin auch ich in den Genuss gekommen, Anfang Dezember meine Weihnachtsdekoration beim gemeinsamen Bastelabend der Rekreationtherapie um ein selbst gebautes Läckerli-Huus zu erweitern, welches - erstaunlicherweise - den Heimweg auf dem Fahrrad überlebt hat. Da wir den Raum der Musiktherapie auf unserer Station haben - und ganz tolle Musiktherapeuten 😊, ergab es sich doch gelegentlich, dass wir fleißig Advents- und Weihnachtslieder musiziert haben, so wie es die Zeit hergab. Die Fülle an Instrumenten - von der Triangel bis zur E-Orgel ist alles vorhanden - bot für alle Musikwütigen in den Pausen die Möglichkeit dazu. Wir hatten also sehr fröhliche Mittagspausen mit "Macht hoch die Tür", "Little Drummer Boy" und "Adelte fideles".
Und waren damit, so dachte ich zumindest, gut vorbereitet für das offizielle Weihnachtssingen am 17. Dezember. Ich musste leider feststellen, dass meine Textsicherheit bei "Oh Du fröhliche" auf Französisch dann doch zu wünschen übrig lässt. Trotzdem war es super schön, im Anschluss gab es Plätchen der Schulckphase 1 - damit auch die Menschen mit Schluckstörung welche essen durften.
Alles in Allem war die Arbeit im Advent eher stressig, zumindest, was die Anzahl der zu schreibenden Arztbriefe, Kostengutsprachegesuche und sonstige abrechnungsrelevante Dokumente anging. Gleichzeitig erreichte auch uns die aktuelle Corona- und Grippesaison und brachte uns die schon fast vergessene Maskenpflicht zurück.
Abseits der Arbeit hat es mich auf den Weihnachtsmarkt in Basel gelockt - auch, wenn ich den Weihnachtsmarkt in Halle die letzten Jahre versucht habe, so gut, wie möglich zu meiden. Zu meiner positiven Überraschung durfte ich feststellen, dass es in Basel eigentlich keine nervigen, bunt blinkenden Kinderkarussell gibt und er auch sonst leiser ist, als in deutschen Großstädten, Dafür übertreibt die Stadt Basel es vielleicht doch etwas mit der Weihnachtsbeleuchtung...? Kulinarisch hat der Weihnachtsmarkt Einiges zu bieten - vorausgesetzt, man mag Käse und Schokolade. Sonst wird es doch recht schwierig. Käsefondue, Raclette, mit Schokolade überzogene Früchte oder Käse mit Zartbitterschokoladenrand - für Käseliebhaber ist viel dabei. Raclette wird übrigens traditionell mit einem Grill zubereitet, in dem ein halbes Käserad eingespannt wird, immer die oberste Schicht angeschwollen wird, um diese dann mit einem Holzschaber über die Kartoffeln auf dem Teller zu streichen. Dazu gibt es saure Gurken und Silberzwiebeln. Also nix mit Pfännchen oder 20 verschiedenen Beilagen.
Und wer sein Käsefondue lieber mitnehmen möchte, der ist mit einem Chäsbängel gut beraten - ein ausgehöhltes Baguette, randvoll mit flüssigem Fonduekäse. Wie man das unfallfrei isst? Ich fürchte, das ist selbst in Basel eine Wissenschaft für sich. Auf jeden Fall gibt es zahlreiche YouTube-Tutorials dazu 😅.
Jetzt darf ich mich der Tatsache erfreuen, ärztlich noch klein zu sein und deswegen keine Dienste machen zu dürfen, daher habe ich den Luxus, Weihnachten und Silvester frei zu haben 🎄


